Die BürgerNahen freuen sich über alle Ideen zur ökologischen Energiegewinnung – solange dadurch alle externen Effekte berücksichtigt werden. Beim geplanten „Windpark“ im Landschaftsschutzgebiet müssen wir noch mal nachhaken, mit dieser Presseerklärung:
„Wir begrüßen die Ausführungen des Stadtbaurats zu Windenergie-Standorten in Lingen. Sie überzeugen uns!“ So reagieren die Vertreter der unabhängigen Lingener Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ (BN) auf die vor den Feiertagen aufgeflammte Diskussion zur Windenergie im Landschaftsschutzgebiet in Wachendorf.
BN-Ratsmitglied Atze Storm: „Die neue Debatte ist aus mehreren Gründen bemerkenswert: Genauso wie Mitte der 1990er Jahre hat die Stadtverwaltung nach 15 Jahren geprüft, wo in Lingen Windenergieanlagen gebaut werden können. Es ist richtig, wenn die damaligen Ergebnisse überprüft werden. Außerdem ist es gut, wenn ein laufender Planungs- und Prüfungsprozess der Verwaltung durch den Rat und die Bürger begleitet werden kann und dazu offen gelegt wird. Die ‚Raumanalyse’ der Stadtverwaltung zur Windenergie ermöglicht die notwendige Bürgerbeteiligung. Wir hätten sie uns übrigens auch beizeiten für andere Anlagen zur Energieerzeugung gewünscht. Stichwort: Biogas.“
Nach Ansicht der BN-Ratsmitglieder ist die Reaktion der Investoren verständlich, die jetzigen Ergebnisse in Frage zu stellen. „Es ist ja viel Geld im Spiel. Wir gönnen den Grundeigentümern auch ihre wirtschaftlichen Vorteile. Aber jeder kann erkennen, dass die Anlagen in einer gewachsenen Kulturlandschaft entstehen sollen. Das Landschaftsschutzgebiet Emstal sichert den Bereich seit mehr als 30 Jahren. Wir wollen diesen Schutz, auch wenn wir sehen, dass die Äcker dort seit einigen Jahren monoton zum Maisanbau genutzt werden. Das ist aber kein Grund für Windenergieanlagen dort in Wachendorf. Anders herum wird ein Schuh daraus: Diese landwirtschaftliche Intensivnutzung kann und sollte man ändern, aber nicht den Landschaftsschutz.“, so BN-Ratsmitglied Volker Becker.
Der BN-Fraktionsvorsitzende Robert Koop: „Die Landschaftsschutzgebietsverordnung besteht seit mehr als 30 Jahren. Sie ist damals von zwei Landkreisen, 12 Städten und Gemeinden, ihren verwaltungen und Räten sowie vielen Verbänden und Behörden in einem langen Prozess erarbeitet worden. Sie ist nicht zu weit nach Westen, also nach Wachendorf hinein ausgedehnt worden, wie die Investoren jetzt klagen. Die Schutzverordnung will ‚die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes und die Erholungsfunktion dieser Landschaft erhalten’. Dies ist heute mehr denn je eine notwendige Zielsetzung und auch ein Gebot nachhaltigen Wirtschaftens. Diese Ziele des Gemeinwohls gehen auch über den ökologischen Schutz hinaus und dürfen nach Auffassung der BN nicht aufgrund kurzfristiger privater Vorhaben gestrichen werden. Die BN ist daher für den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes in Wachendorf und mit diesem Schutz sind Windenergieanlagen dort eben nicht zu vertreten.“, so Koop
Atze Storm (BN): „Stattdessen kann an fünf anderen Standorten in Lingen Windenergie entstehen und auch der Windpark Ochsenbruch könnte optimiert werden. Das begrüßen wir und es ist eine gute Grundlage dafür, unsere Stadt zum Schrittmacher für eine moderne Energieversorgung zu machen.“








