Politik = schmutziges Geschäft !?
Nachdem nun die Oberbürgermeisterkandidatin der CDU feststeht, wird offensichtlich umgehend die Chance genutzt, daraufzuhauen. Wenn Frau Vehring sich anscheinend verharmlosend zu der SS-Mitgliedschaft eines Lingener Rennfahrers geäußert hat, ist das ungeschickt, mehr nicht. Wenn sie sein Verhalten durch Opportunismus zu entschuldigen versucht, ist das wieder ungeschickt, hat doch gerade Opportunismus als eine nur zu menschliche Schwäche erheblich dazu beigetragen, das damalige Regime zu stützen. Mehr als eben dieses Ungeschick kann aber nun wirklich nicht vorgeworfen werden.
Insbesondere berechtigt es nicht, irgendwo einige Sätze aus einem Zusammenhang zu reißen und genau die Sätzchen, die die eben genannte Aussage wieder relativieren, eben gerade mal zu streichen.
Ferner berechtigt wirklich nichts, von „2. Wahl“, „Notnägelchen“, etc. zu sprechen bzw. zu schreiben. Keiner der Schreiber würde sich über eine derartige Formulierung über seine Person freuen, oder ?
Das war das Eine, mindestens genau denselben Stellenwert könnte man dem politischen Miteinander im Rathaus beimessen. In der heutigen Stadtratssitzung hat eine Gruppe der anderen unterstellt, „hinters Licht geführt“ worden zu sein. Alleine die Tatsache, dass Derartiges so unverblümt formuliert wird und fast schon mit Schulterzucken der anderen Seite abgetan wird, hat mich als Aussenstehenden schon erstaunt. Noch erstaunlicher wurde es, als dann wirklich sich darüber eine intensive Diskussion entwickelte, in der man aber wohl mehr oder weniger bewusst aneinander vorbeiredete, es wurde dann ein Gleichnis mit zwei Sprachen ins Spiel gebracht, ab da wurde dann das ganze nebulös. Der an sich nahe liegende Einwand eines – immerhin promovierten – Ratsmitglieds, er hätte wirklich versucht, das Ganze um RROP und GVZ zu verstehen, aber wäre gescheitert, wurde dann mit einem persönlichen Anwurf der Art „Solange ….erklären, bis auch Du das verstehst!“ abgetan.
Das muss nicht sein!
Wenn das der Umgangston im Rathaus bzw. dem höchsten Gremium Lingens sein sollte, muss man ja schon masochistische Anwandlungen mitbringen, um sich dafür zu begeistern.
…und was sagt die Lingener Presse dazu?
Ich unterstreiche meine Aussage aus der letzten Ratssitzung, “hinters Licht geführt” worden zu sein. Es ist allerdings schwierig das jemanden zu vermitteln, der an den entsprechenden Beratungen nicht teilgenommen hat. Sowohl bei seinem Vortrag im meiner Fraktion wie auch im Planungs- und Bauausschuss hat der Stadtbaurat zum jetzt an der Waldstraße geplanten GVZ erklärt, es sei alles völlig undramatisch und der neue Standort längst beschlossene Sache. Und das ist schlicht und einfach die Unwahrheit!
Von den Aussagen zur CDU-Kandidatin Irene Vehring (Notnägelchen) auf der Internetseite der Lingener SPD distanziere ich mich ausdrücklich. Ich halte Irene Vehring durchaus für eine respektable Kandidatin, auch wenn sie bisher politisch nicht sonderlich in Erscheinung getreten ist.
Auch ich finde die doch recht heftigen Angriffe gegen Frau Vehring nicht angemessen. Die CDU hat sie als Kandidatin aufgestellt und das ist erst einmal ihr gutes Recht. Ein gewisses Ungeschick in dem Interview zu B. Rosemeyer sollte man nicht zu hoch hängen.
Ob sie das nötige Format mitbringt, wird sich in den nächsten Wochen sicher zeigen. Der Opposition bringt es rein gar ncihts, jetzt auf die Kandidatin der CDU draufzuschlagen, vielmehr sollte sie sich nunmehr mit aller Macht daran machen, eine(n) geeignete(n) Gegenkandidatin/Gegenkandidaten ins Rennen zu schicken.
Und dann erhalten die Bürgerinnen und Bürger doch hoffentlich in ein oder mehreren Podiumsdiskussionen die Gelegenheit sich davon zu überzeugen, wer der/die bessere
OB-Kandidat(in) ist. Und dann muss am 12.09. der Bürger entscheiden. Insofern meine Bitte, sachlich an das ganze heranzugehen.
Noch eine kurze Anmerkung zum Thema GVZ:
Wenn die Mehrheitsfraktion tatsächlich meint, bereits bei der Verabschiedung des B-Plans Nr. 20 über einen möglichen Standort GVZ entschieden zu haben, irrt sie meines Erachtens gewaltig. Das wird dann spätestens bei der notwendigen neuen Bebauungsplanaufstellung zum Vorschein kommen. Da sollte die gesamte Lingener Bevölkerung mit Argusaugen draufschauen, denn hoffentlich werden dann diese Ratsmitglieder ihr “waterloo” erleben.
http://podcast.emsvechtewelle.de/2010/05/21/treppenwitz-rohrkrepierer-lingener-stadtrat-startet-inoffiziell-in-den-ob-wahlkampf/
Ganz nett!
Allerdings ist hier richtig zu stellen, dass die Formulierung “zwei Sprachen” nicht von der SPD (Dr. Bendick) kam, sondern vom Stadtbaurat. Überhaupt machten die Redebeiträge der Ratsherren Wiedorn und Bendick einen sachlichen, fundierten Eindruck. Von “zur Odnung rufen” kann hier wirklich keine Rede sein.