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BN: „Seepferdchen“-Programm für Lingen – Jetzt Schwimmen lernen

Mehrere Städte in Niedersachsen starten zum Ferienbeginn spezielle Angebote, um Kindern das Schwimmen beizubringen. Allein in Osnabrück sind bis Ende August in 80 Kursen fast 1.000 Kinder ab fünf Jahren dabei. So etwas wünschen sich die BürgerNahen (BN) auch in Lingen.

Die Sommerferien wären dafür ideal, schreibt die BN. Bis Ende August werden in den Osnabrücker Schwimmbädern rund 80 Schwimmkurse angeboten. Das ist die größte Aktion dieser Art in der Region. Das Interesse war, so die BN, sehr stark: Das ursprüngliche Kursangebot wurde nachträglich aufgestockt, nachdem die zunächst angebotenen Kurse innerhalb kurzer Zeit ausgebucht waren.

„Es wäre ideal, wenn eine solche ‚Seepferdchen‘-Aktion auch in Lingen noch in diesen Sommerferien zustande kommen könnte“, sagte BN-Fraktionsvorsitzender Robert Koop und verwies darauf, dass die örtlichen Sportvereine und die DLRG helfen könnten. Auf der Internetseite des LINUS-Bades heiße es leider: „Aufgrund der großen Nachfrage sind derzeit leider alle Kurse (Seepferdchen) ausgebucht. Z. Z. können keine Kinder mehr in die Wartelisten aufgenommen werden.“

„Das reicht natürlich gar nicht“, sagte der BN-Kommunalpolitiker. Denn viele Expertinnen und Experten warnen längst vor der immer größer werdenden Zahl an Nichtschwimmern und fürchten, dass durch die Corona-Pandemie zwei komplette Jahrgänge „durchrutschen“ könnten – immerhin mehr als 1.000 Kinder. Auch Kinder, die noch kurz vor den coronabedingten Schließungen der Bäder ihr Schwimmabzeichen gemacht hätten,  hätten über Monate nicht schwimmen können und entsprechend keine Praxis sammeln können, sagen die BN

Koop verwies auf ähnliche Aktionen anderer Städte Niedersachsens. Vor allem Hameln sei ein Vorbild. Dort biete die Stadt in den Sommerferien knapp zusätzliche 50 Schwimmkurse in Zusammenarbeit mit DLRG und Vereinen an. Das unter dem Motto „Hameln lernt schwimmen“ laufende Schwimmenlernen sei kostenlos – die Stadt finanziert es. Robert Koop: „Das ist vorbildlich – auch für uns in Lingen. Wir wünschen uns, dass ein solches „Seepferdchen“-Programm verwirklicht wird und zwar noch in diesen Sommerferien.“

Hello again

Es ist doch ganz einfach. 

Das Ergebnis ist klar: Bei dem hohen R-Wert der Delta Variante wird es in nur einem Jahr nur Geimpfte und Genesene geben. Unter den Genesenen werden aber bis zu 1 Million Menschen in Deutschland mit LongCovid sein, sofern die Impfquote bei den Erwachsenen 85% nicht übersteigt. Also lasst Euch bitte impfen. Schnell.

Im Impfzentrum Lingen geht dies inzwischen ohne Voranmeldung.
Die Hausärzte sind eine gute Alternative.

Offener Brief

Offener Brief an den OB:

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Krone,

die hohen Opferzahlen und die erschreckenden Bilder aus den Hochwassergebieten veranlassen uns, mit Nachdruck und in allem Ernst ein angemessenes Verhalten unserer Stadt einzufordern. Man mag vielleicht noch darüber hinwegsehen, dass es bisher keine Trauerbeflaggung gibt. Aber Spiel-und-Spaß-Nachmittage in Lingen wie an diesem Wochenende verstören sehr.
Bitte sagen Sie derartige Dinge ab. Es wird noch genug Gelegenheit zum gemeinsamen Feiern und fröhlich sein geben. Jetzt aber ist nicht die Zeit dafür.
Mit Gruß
Die BürgerNahen – Stadtratsfraktion
Robert Koop, Vors.“

Wirklich ärgerlich

Sechs Monate soll der Einbau eines neuen Aufzugs zu Gleis 2 des Lingener Bahnhofs dauern. Das ist wirklich ärgerlich, weil doch nur der vorhandene Aufzug am Theo-Lingen-Platz ersetzt wird – etwas, was in wenigen Tagen machbar ist, wenn man es plant und will. Die sechs Monate machen deutlich, was die Verantwortlichen der Bahn von uns Lingner:innen halten: Nichts. Der Rat unserer Stadt hat dies auf seiner letzten Sitzung am Donnerstag in Form einer Entschließung kritisiert. Dabei sagte unser BN-Fraktionsvorsitzender Robert Koop

„Die unendliche Geschichte über den Aufzug am Lingener Bahnhof erfährt eine neue Fortsetzung. Es ist jedenfalls keine gute Nachricht, dass der Aufzug im nächsten halben Jahr nicht ausfallen kann, wenn der Grund dafür ist, dass der Aufzug gar nicht da ist.

Der Text der Resolution liest sich trotzdem leider wie ein großes Dankeschön an die Bahn. Die Kritik ist wirklich gut hinter all dem Dank, dem unbegründeten Dank, versteckt. Es hätte schon etwas deutlicher sein dürfen, nein, müssen. Nun haben wir ja den Salat mit einem Bautempo, das im Vergleich deutlich langsamer ist als das Tempo beim Berliner Flughafen. Dort hat man aber immerhin einen Flughafen gebaut, was zwar 15 Jahre oder so gedauert hat – doch was ist das schon im Vergleich zu 6 Monaten für einen Aufzug.

Wir tragen die Resolution aber mit, haben jedoch folgende Verbesserungsvorschläge für die Baustelle:

1. Licht an! Während der Bauzeit muss das Licht in der Unterführung immer eingeschaltet sein.
2. Rückbau der Warnleuchten in den Bereich vor der Unterführung.
3. Wenn alles über Gleis 1 läuft, muss die Treppe zu Gleis 2 verschlossen werden – eine Bauzaunmatte reicht.
4. Dann kann auch die Fußgängerbarriere vor dem Aufgang zu Gleis 2 entfernt werden.
5. Richtige Verkehrszeichen aufstellen, also die StVO-Warnzeichen 101, 133 oder 123 und das Zusatzzeichen „Langsam fahren“.
6. Wenn, was zu erwarten ist, tagelang nicht gearbeitet wird, ist die Baustelle vollständig abzubauen.

Wir reichen unsere Vorschläge zu den Akten der Verwaltung und bitten, sie gegenüber der Bahn durchzusetzen. Ansonsten stimmen wir trotz der textlichen Freundlichkeiten der Entschließung zu.“

Nachtrag:
Inwieweit die Verwaltung die Niedersächsische Landesnahverkehrsgesellschaft in Hannover eingeschaltet hat, wissen wir noch nicht, fragen aber nach.

„Diese Flutkatastrophe ist ein wirkliches Menetekel. Keine Frage: Auch wir in Lingen müssen die Ereignisse auswerten und Konsequenzen ziehen. Die Zeit für Symbolpolitik ist vorbei!“, sagte am Freitag der Fraktionsvorsitzende der unabhängigen Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“, Robert Koop in einer Stellungnahme.

Generell müssten Landschaftsverbrauch und Flächenversiegelung in Lingen dringend auf den Prüfstand. „Wir können und dürfen in unserer Stadt nicht so weiter machen und völlig ungezügelt Baugebiet um Baugebiet ausweisen.“ Koop wies OB Krone und der mit absoluter Mehrheit agierenden CDU dabei „eine geradezu fossile Stadtentwicklungspolitik“ zu. Als eine Maßnahme, die man „so keinesfalls weiter verfolgen darf“, nannte Koop den Plan von OB Krone, im Überschwemmungsgebiet an der Nordlohner Straße im Ortsteil Schepsdorf „ein neues Wohngebiet zu schaffen. Dass dies nun wirklich nicht geht, müsste jeder nach den schrecklichen Bildern dieser Tage begriffen haben.“

Überprüft werden müssten die Auswirkungen von Starkregen auf das Stadtgebiet. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Risikogebiete sei notwendig. „In welchen städtischen Bereichen bestehen Überflutungsrisiken und wo müssen wir handeln, beispielsweise die Regenwasser-Kanalisationen und -versickerungen ausbauen?“

Koop hatte am Freitag dem OB und den anderen Fraktionen im Rat vorgeschlagen, Vorschläge zur Hilfe für die betroffenen Regionen zu entwickeln. Nach dem Tsunami 2004 haben wir in Indonesien geholfen und auch an der Elbe. Jetzt könne man obdachlos Gewordene aufnehmen und solle auch prüfen, wo es ein Wiederaufbau-Vorhaben gebe, das finanziell unterstützt werden könne. In seinem Blog (Internettagebuch) hatte der BN-Fraktionsvorsitzende am Freitag bereits einen Spendenaufruf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veröffentlicht. „Viele gerade erst instand gesetzte Baudenkmale sind zerstört oder stark beschädigt.“ Vorschläge aus der Lingener Bevölkerung für einen solchen Schritt seien sicherlich sehr wertvoll, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Koop zeigte sich erleichtert, dass Lingen großes Glück gehabt habe. „Aber man muss natürlich sehen, dass ein Starkregen wie 2014 im 80 km entfernten Münster oder jetzt im Bergischen Land, der Eifel, im Ahrtal und der Voreifel jederzeit auch Lingen treffen kann.“ Die BürgerNahen haben seit den Zerstörungen in Münster immer wieder ein Starkregen-Konzept gefordert. Dies werde untersucht, geprüft usw., hieß es dann aus dem Rathaus und es kam nichts. „Aber dann präsentiert der OB mit Zustimmung der CDU seine Idee, im Überschwemmungsgebiet der Ems Häuser zu bauen. Das ist schon sehr verstörend.“

Auch die Vorsorge in der Stadt müsse auf den Prüfstand. „Gibt es ausreichend Notfallmaterial, gibt es sichere Kommunikationsmittel, wie können die Katastrophenschützern vom THW und anderen Hilfsorganisationen unterstützt werden? Das sind sicher nur einige der Fragen, die debattiert werden müssen. Dass in NRW aktuell auch das Lingener THW seit Donnerstag im Einsatz ist und hilft, freut die BürgerNahen: „Wir danken dafür unseren THW’lern und wünschen, dass alle Einsatzkräfte gesund und unversehrt zurückkommen.“

(Quelle: PM/BN)

Nachtrag:
Bereits gestern Abend hatte unser Fraktionsvorsitzende diese E-Mail an OB Krone geschickt:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die schrecklichen Bilder aus den Hochwasser-/Starkregengebieten in der Eifel, im Ahrtal, im Kölner Becken und im Bergischen Land werfen angesichts der zahlreichen Opfer und der riesigen Schäden heute Abend die drängende Frage auf, ob unsere Stadt Lingen (Ems) mehr tun kann, als ihre Betroffenheit in einer Gedenkminute des Rates zum Ausdruck zu bringen. Das könnte zB Hilfe durch sofortige Aufnahme für obdachlos Gewordene sein oder auch ein Hilfszuschuss bei einem bestimmten Projekt in einer besonders betroffenen Gemeinde sein.
Für unsere BN-Fraktion rege ich an, in einen Gedankenaustausch zu treten und gleichermaßen kurzfristig wie zielgenau zu helfen.

Mit freundlichen Grüßen
Die BürgerNahen – Stadtratsfraktion
Robert Koop, Vors.
CC. Fraktionsvorsitzende im Rat

An diesem Donnerstag befasst sich der Rat unserer Stadt mit dem Antrag der CDU, in den städtischen Schulen und Kitas stationäre Raumlüfter einzubauen. Das heißt, ganz so schnell geht das natürlich nicht. Die CDU, die bekanntlich zusammen mit OB Krone und der SPD, bislang die Raumlüfter in Schulklassen als überflüssig eingestuft hat, fordert auch erst einmal:

„Die Stadtverwaltung wird beauftragt, schnellstmöglich ein Umsetzungskonzept für die Sanierung der Schulen und KiTas in der Stadt Lingen (Ems) mit stationären Raumluftanlagen zum Erhalt und zur Verbesserung der Luftqualität in den Klassen- und Gruppenräumen zu erarbeiten, die entsprechenden Fördermöglichkeiten zu eruieren und auszunutzen sowie die für die Umsetzung der Maßnahmen notwendigen Aufträge auszuschreiben.“

Die Verwaltungssprache haben wir hervorgehoben. Daneben ist die große Schwäche des Antrags: Konkrete Zeiten gibt der Beschluss nicht vor.  Wir fürchten: Würde so verfahren, wie es die CDU jetzt beantragt, hätten wir selbst in einem Jahr noch keine Raumlüftung oder allenfalls ein paar. Dabei kommt die CDU mit der Entwicklung der Raumlüfter-Debatte sowieso nicht hinterher. Längst werden auch vom Bund, fast allen Bundesländern, selbst vom CSU-Chef Söder und und dem CDU-Vorsitzenden Laschet mobile Raumlüfter befürwortet. Sie können schnell angeschafft werden.

Für Die BürgerNahen (BN) war schon im vergangenen Herbst klar, dass in alle Klassen- und alle Kita-Räume Raumlüfter gehören und zwar subito. Die „Infektiologen“ der CDU-Fraktion haben das mehrfach abgelehnt. Damit sollte jetzt Schluss sein. Wir müssen gemeinsam handeln. Wir brauchen, was die CDU nicht wahrhaben will, keine langfristigen Lösungen sondern kurzfristige gegen die Gefahren der Delta-Variante und der Long-Covid-Folgen, an denen etwa 10 bis 20 Prozent der Erkrankten leiden. Danach kann man langfristig an den Umbau der Schulen und Kitas mit stationären Anlagen gehen. Dies dürfte dann bei 150 Räumen lange dauern, aber auch sinnvoll sein. Zunächst aber brauchen wir schnelle Lösungen.

Noch dies: Die Grünen haben mit der BN die Anträge auf den Weg gebracht. Sie veranstalten am Dienstagabend dazu eine Videokonferenz, auf die wir hinweisen. Doch auch i ihrer Ankündigung heißt es, man müsse „die Sommerferien nutzen, um zielführende Lösungen für einen Regelbetrieb an unseren Schulen zu erarbeiten.“ Erarbeitet werden muss allerdings nichts. Es muss angeschafft werden.

Ansonsten stellt dieser Tweet von Peter Neusser zum Westring in Kiel mit den bundesweit belächelten Autoabgas-Luftreinigern am Treffendsten die Situation dar:

ps Kleiner Nachtrag:
Wir bedanken uns bei der Lingener Tagespost, dass sie (neben den Grünen) die BN in der online-Veröffentlichung des Berichts über die CDU-Initiative doch noch genannt hat; in der Printausgabe hatte sie uns vergessen.

Mars

Riga

Die BürgerNahen (BN) haben beschlossen, im Stadtrat den Beitritt unserer Stadt zum Riga-Komitee zu beantragen. Am 23. Mai 2000 gründeten deutsche Großstädte und der Präsident des Volksbund Deutsche Kriesgräberfürsorge das „Deutsche Riga-Komitee“. Unter den Gründungsmitglieder sind die Nachbarstädte Osnabrück und Münster. Inzwischen sind rund 60 deutsche Städte dem Riga-Komitee beigetreten, darunter aus  der benachbarten Grafschaft Bentheim auch Schüttorf. Bad Bentheim, Neuenhaus und Nordhorn planen die Vollmitgliedschaft. Durch das Riga-Komitee  soll ein lebendiges Band der Erinnerung und der Begegnung zwischen Riga und den deutschen Städten geknüpft werden, von denen damals die Sammeltransporte ausgingen.  

Seit dem Beginn des Jahrtausends erinnert nahe der lettischen Hauptstadt eine Gräber- und Gedenkstätte an die Deportationen und Opfer aus Deutschland. Dort im Wald von Bikerniecki, dem größten Massengrab von Nazi-Opfern in Lettland, befindet sich die Gedenkstätte (Foto).  Über 25.000 Deutsche jüdischen Glaubens wurden 1941/42 nach Riga deportiert. Darunter sind auch die Deutschen jüdischen Glaubens aus Lingen(Ems) und der Region an Ems und Vechte, die am 13.12.1941 mit dem sog. Bielefelder Transport nach Riga gezwungen und fast alle ermordet wurden.

Mit Leid, Mord und Terror im Ghetto von Riga ist die Lebens- und Leidensgeschichte der Lingener Jüdinnen und Juden fest verknüpft, darunter unsere Lingener Ehrenbürgerin Ruth Foster-Heilbronn, ihre Familie, die Familie Grünberg. Ausgehend von rassistischer, völkischer und nationalistischer Ideologie erlitten sie ihr grausames Schicksal. Dies darf nicht in Vergessenheit geraten.

Die BN weist noch darauf hin, dass sich der sog. Bielefelder Transport am Montag, 13.  Dezember dieses Jahres zum 80. Mal jährt. An diesem Tag sollte würdig, so der BN-Antrag, an die Ehrenbürgerin Ruth-Foster Heilbronn und die anderen Lingener jüdischen Glaubens erinnert werden, die mit diesem Transport deportiert wurden und dem völkischen Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer fielen.
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Foto: Gedenkstätte im Wald von Bikerniecki; (C) Stadt Dorsten

Raumlüfter kommen

„Das Bundeskabinett hat beschlossen, jetzt auch die Ausstattung von Räumen mit neuen raumlufttechnischen Anlagen finanziell mit bis zu 80% zu fördern. Damit hat der Bund der wissenschaftlich fundierten Forderung auf Nachrüstung entsprochen“, teilen die BürgerNahen (BN) mit. Sie erinnern daran, dass ein Antrag der BN im Dezember 2020  zur Anschaffung mobiler Raumlüfter zur schnellen Beseitigung des Problems vom OB, dessen Verwaltung und der CDU-Mehrheit des Rates und der sich anschließenden SPD abgelehnt worden sei. Robert Koop, Fraktionsvorsitzender der BürgerNahen im Lingener Rat: „Jetzt wird deutlich, dass der Antrag zum Schutz der Kinder in Schulen und Kitas oft aus nicht nachvollziehbaren Gründen von der Verwaltung und der Ratsmehrheit abgelehnt wurde. Es ist längst viel zu viel Zeit verstrichen.“

Koop: „Nun zeigt die Entscheidung des Bundeskabinetts, dass Raumluftanlagen als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Pandemie anerkannt ist. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, weil sich neue Virusvarianten entwickeln werden und die Sorge vor möglichen Schulschließungen im neuen Schuljahr steigt. „Aktuell hat das Bundesland Bayern bereits beschlossen, alle bayrischen Grundschulen bis zum Herbst mit mobilen Luftreinigern zu versorgen. Auch in NRW wird der Druck auf die Landesregierung stärker, die Anschaffung von Raumlüftern zu unterstützen. Niedersachsen wird sich diesem Thema nicht verschließen können. Schnelles Handeln ist jetzt erforderlich, da der Markt für Filteranlagen, ob mobil oder stationär, in Kürze weit überzeichnet sein dürfte“, sagt  Robert Koop.

Er wies daraufhin, dass er das Thema in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Mittwoch angesprochen habe. Erstmals habe dort OB Krone dafür plädiert, wo möglich in den städtischen Schulen und Kitas fest eingebaute Luftfilter zu installieren. Die Verwaltung prüfe gerade, wo dies möglich sei. „Es bewegt sich etwas“, resümierte der BN-Kommunalpolitiker, „und das freut uns Bürgernahe sehr.“

„Das ist wirklich schade für die Lingener Kinder und die Familien“, sagte am vergangenen Donnerstag nach der Sitzung des Jugendhilfeausschusses der Stadt Lingen Ratsfrau Margitta Hüsken (Die BürgerNahen). Der Ausschuss hatte tags zuvor den Antrag der BN abgelehnt, ab 1. Juli allen Kindern kostenlos den städtischen Ferienpass auszuhändigen und jedem Kind mit einem Ferienpass kostenlosen Eintritt in das städtische LINUS-Freibad zu gewähren.

Margitta Hüsken: „Wir wollten allen Kindern und ihren Familien ein kleines Dankeschön geben. Das hatten sie angesichts ihrer großen Belastung in der Corona-Pandemie verdient. Deshalb hatten wir beantragt, allen Kindern aus unserer Stadt im Juli und August den Ferienpass 2021 kostenlos auszugeben und ihnen damit zugleich freien Eintritt in das LINUS zu geben. Dies hätte allen Kindern, Vätern und Müttern geholfen, die in der Corona-Zeit so große Belastungne getragen haben.“

„Unser Vorschlag ist aber im Ausschuss abgelehnt worden. Statt unserer einfachen und klaren Lösung, für die außer mir nur die drei Ausschussmitglieder Ibrahim Hasan, Herbert Jäger und Heiner Rohoff stimmten, gibt es jetzt in Lingen die ausgesprochen bürokratische Regelung,

„gerade die Personen und Familien, die bereits mit dem vor Jahren einvernehmlich vom Rat eingeführten „ LingenPass“ als unterstützungsbedürftig anerkannt wurden, in der Form zu fördern, als dass die jeweiligen Samstage und Sonntage in den Sommerferien als „Familientage“ mit dem Lingen-Pass bei freiem Eintritt in diese das Linus-Freibad gestaltet werden können. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit für Familien, an den max. 12 Wochenendtagen in den Sommerferien anstelle des Familientarifs im Freibad von 10 kostenlos mit der Familie das Linus-Freibad zu besuchen.“

Dazu muss allerdings „die Zielgruppe“ (Verwaltungsformulierung) erst den „LingenPass“ im Rathaus beantragen, worüber die Stadtverwaltung so informiert:

„Der LingenPass ist nach Vorlage der anspruchsbegründenden Unterlagen wie z.B. ALG I und ALG II Leistungen, Wohngeld usw. unbürokratisch im Fachdienst Soziales der Stadt Lingen (Ems) zu erhalten. Weitere Informationen zum LingenPass sind unter https://www.lingen.de/pdf_files/allgemein/lingenpass-voraussetzungen-und-verguenstigungen_1444_1.pdf zu erhalten.“

„Bemerkenswert parteiisch“, so die BN, habe sich bei der Beratung über den Vorschlag der Bürgernahen auch der Vorsitzende des Ausschusses Roth (CDU) verhalten. Entgegen der Geschäftsordnung ließ er zuerst die Verwaltungsdezernentin Schwegmann ans Mikro und nicht die Vertreterin der BN, um den Antrag vorzustellen. „Das sind vermeintlich kleine, aber tatsächlich einfach undemokratische Unkorrektheiten,

Der BN-Fraktionsvorsitzende Robert Koop ergänzte gegenüber der Presse: „Wir fragen, weshalb die CDU und andere Neinsagen dazu, dass in diesem Sommer allen Kindern und ihren Familien respektvoll danke gesagt werden soll. Der Verwaltungsvorschlag (online über lingen.de nachzulesen in der Ratsvorlage „183/2021 1. Ergänzung“) spaltet nicht nur die Lingener Kinder in solche, die immer zahlen und solche, die ab und zu nicht zahlen. Er zeigt vor allem, dass eben nicht alle Kinder und ihre Familien gleich behandelt werden. Unser Ziel war, dass unsere Stadt allen Familien Danke sagt, wie großartig sie die Corona-Lasten getragen haben. Jetzt beschäftigen wir Bürokraten mit Anträgen für Bedürftige und von montags bis freitags dürfen alle Kinder zahlen. Es ist ein unzureichendes Ergebnis, sich nur bei einigen zu bedanken, die man als „Zielgruppe“ bezeichnet. Dabei ist doch klar: Alle verdienen Dank, nicht nur einige.“

„Aber dieses Neinsagen kennen wir leider aus der Ablehnung unserer Anträge für gesundheitsfördernde Raumentlüftungen in Schulen und Kitas oder für die  Gebührenerstattung für Familien, die voll für den Kita-Besuch zahlen müssen, obwohl ihre Kinder die Kita-Einrichtungen praktisch nicht nutzen konnten.“